IDEEDITION
Kettendichtung
Erläuterungen zur Kettendichtung
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Das Tan-Renga
Renga ist die Bezeichnung für die traditionelle Kettendichtung des Hochdadels, der im elaborierten Code religiöse, literarische und philosophische Themen behandelte. Daneben gab es aber auch Kettengedichte, die die Beschreibung der näheren Wirklichkeit zum Inhalt machte und die Alltagssprache erlaubte. Bashô entwickelte aus dieser inzwischen ins Vulgäre abdriftende Rengadichtung seine spielerische Variante einer humorvolleren Kettendichtng, die als "haikai no renga" überliefert ist. Die neue Form der Kettengedichte im Bashô-Style nannten die Dichter in Abgrenzung an die höfische Renga nun Renku.
Das Tan-Renga unterscheidet sich von dem Renga, das aus bis zu Hundert Strophen bestehen konnte, weil es das kürzeste Kettengedicht ist und es sich direkt an das altehrwürdige Tanka  hält. Im Unterschied zum Tanka, bei dem Oberstollen und Unterstollen von einem Autorengeschrieben werden, gibt beim Tan-Renga ein Autor eine Frage oder ein Rätsel im hokku vor und ein zweiter Autor antwortet bzw. gibt die Lösung mit dem Unterstollen oder wakiku. Bashô (1644-1694 koppelte die erste Strophe, genannt hokku, als eine eigenständige Gedichtform aus und fast zweihundert Jahre später führte Shiki (1866 - 1902) die Bezeichnung haiku ein.