Farbenprächtig verschwindet das Licht hinter dem Horizont. Das
Spektakel dieses glühenden Sonnenuntergangs fasziniert den Beobachter
derart, dass ein anderes Ereignis noch nicht wahrgenommen wird. Erst
durch den Ruf der Dohle suchen wir mit dem Autor spontan den Himmel und
die Baumwipfel ab - und staunend entdecken wir den stillen Aufgang des
Mondes. Beim Krächzen des kleinen Rabenvogels wenden wir uns ab vom Lärm
der Farben und genießen die aufkommende feine Stille des Abends. Trotz
traditioneller Silbenstruktur gibt es keine überflüssigen Worte, kein
Füllsel, die die Silbenzahl bedienen. Das Haiku ist in kraftvollen
Bildern komponiert und begeistert durch seine Synästhesie, die wie
nebenbei, mehrere Sinne anspricht.
GB